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Informationen zur Berliner Wahl am nächsten Sonntag

 

Liebe Verbandsmitglieder und sonstig politisch Interessierte,

eine Partei, die sich kümmert, vieles besser machen will und alles anders: Mit großen Versprechen bestreitet die AfD ihren Wahlkampf. So wurde sie in Mecklenburg-Vorpommern zweitstärkste Kraft.

Die nächste Wahl ist am Sonntag bei uns in Berlin.

Die AfD präsentiert sich auch hier als „Anwalt des kleinen Mannes“. Sie vertrete die Interessen der „ganz normalen Bürger/innen“ und der Benachteiligten in der Gesellschaft. Die Initiative Campact! hat Wahlprogramme, Interviews und Aussagen der Spitzenkandidat/innen analysiert: Wie sozial ist die Partei und was fordert sie im Kleingedruckten ihres Programms? Sehen Sie im Video, wer Gewinner und wer Verlierer der AfD-Politik ist:

Klicken Sie hier, um das Video zu sehen – und bitte verbreiten Sie es weiter, wenn es Ihnen gefällt!


Zum Thema CETA und TTIP:

Der Berliner Film- und Fernsehverband unterstützt die europaweite Kampagne gegen
die so genannten „Freihandelsabkommen“ TTIP und CETA.

Im vorigen Herbst haben wir mit aufgerufen zur bundesweiten Großdemonstration in Berlin.

 

Nun geht es weiter:

 

Am kommenden Montag, den 19. September treffen sich 200 SPD-Delegierte in Wolfsburg zum Parteikonvent. Hinter verschlossenen Türen stimmen sie über die Position der Partei zu CETA ab. Sigmar Gabriel will das TTIP-Schwesterabkommen mit aller Macht durchdrücken. Doch es brodelt an der SPD-Basis. Nach Recherchen des ARD-Magazins „Fakt“ sind bereits 90 Delegierte gegen CETA eingestellt.[1]

Samstag, 17. September 2016 - 7 Demos gegen CETA und TTIP in Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig und Stuttgart!

Wann und wo:

 

Berlin: Auftakt 12 Uhr, Alexanderplatz (Karl-Marx-Allee)

Frankfurt am Main: Auftakt 12 Uhr, Opernplatz

Hamburg: Auftakt 12 Uhr, Rathausmarkt

Köln: Auftakt 12 Uhr, Deutzer Werft (Siegburger Straße)

Leipzig: Auftakt 12 Uhr, Wilhelm-Leuschner-Platz

München: Auftakt 12 Uhr, Odeonsplatz

Stuttgart: Auftakt 12 Uhr, vor dem Hauptbahnhof

 

CETA & TTIP – …

… treffen auf breite Kritik
Umweltbewegung, Gewerkschaften, Verbraucherschützer, Bauern, Kulturschaffende, die  Ärzteschaft, der Richterbund und viele andere lehnen die Handelsabkommen ab.

… beschädigen unsere Demokratie

Mit CETA und TTIP erhalten Konzerne eine Paralleljustiz. Damit können sie demokratische Entscheidungen angreifen – von Bund, Länder und Kommunen. Und sie können „Schadensersatz“ in Milliardenhöhe erstreiten, auf Kosten der Steuerzahler.

… gefährden soziale Dienstleistungen
Die Möglichkeiten für Landesregierungen und Kommunen, öffentliche Dienste für alle Bürger zu sozialen Preisen anzubieten, wird weiter eingeschränkt. CETA und TTIP bieten der privaten Konkurrenz viele neue Angriffsmöglichkeiten.

… gefährden Umwelt- und Verbraucherschutz
Gentechnik im Essen, Fracking-Gas, neue Chemikalien in Kosmetika, weniger Datenschutz – die Abkommen könnten wichtige Standards für uns Verbraucher untergraben.

 


„Sojourners – Chronik einer Rückkehr“- am 13.4.16

Der Berliner Film- und Fernsehverband und der ND-Filmclub hatten zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen, souverän moderiert von Paul Werner Wagner. Das Kino „Toni“ war bis auf den letzten Platz gefüllt, eine Überraschung. Ein besonderes Filmdokument wird gezeigt.

„Sojourners – Chronik einer Rückkehr“ ist das ungewöhnliche Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit in Zeiten des kalten Krieges. Ein amerikanischer Soziologe stellte sich die Frage: „Gibt es eigentlich Juden in der DDR und wenn ja, wie leben sie dort?“ Zusammen mit seinem Kollegen John Borneman stellte Jeffrey M. Peck eine Anfrage an das Zentralkomitee der SED. Dem Amerikaner wurden ausgewählte Interviewpartner vorgeschlagen, so wie das damals üblich war, wenn jemand aus dem Westen kam und Fragen stellte. Von den Genossen ausgewählt war unter anderen Hilde Eisler, die Ehefrau von Hanns Eisler, die den Mut hatte, offen zu reden. Interviewpartner, wie den Schauspieler Klaus Brasch, der als Dissident bereits in Westberlin lebte, hat das Team selber gefunden.

Die Soziologen begannen im Sommer 1989 mit ihren Interviews, streng wissenschaftlich zunächst. Doch schnell wurde klar, dass ihre Interview-Partner so spannend waren und die Wissenschaftler so viel über das Leben im Sozialismus erfuhren, dass sie diese Aussagen unbedingt als Film festhalten wollten. Es gab nur ein kleines Problem: Sie hatten noch nie einen Film gemacht. Also haben sie einfach begonnen, so wie sie es für richtig hielten. Sie haben eine Kamera aufgestellt und die Menschen reden lassen ohne sie zu unterbrechen. Genau das ist die Stärke des Filmes. Irgendwann kam der tschechische Regisseur Martin Patek dazu. Wessela Manschweska, heute eine gefragte Cutterin, hat geschnitten. Nun haben wir dieses großartige Material. Das hätte zu dieser Zeit kein Ostdeutscher Dokumentarfilmer so herstellen können! Die Soziologen sind drangeblieben und nach der Wende noch einmal wiedergekommen, um zu sehen, was aus ihren Protagonisten geworden ist. Danke, für diesen Film.

Beate Fichtner

 

Verleihung des LUX-Filmpreises in Straßburg –

Hoffnungsvoll, aber verbesserungsfähig.

Seit dem Jahr 2007 zeichnet das europäische Parlament jährlich einen europäischen Film mit dem LUX-Filmpreis aus. Erklärtes Ziel des Preises ist es, europäisches Kino über die nationalen Grenzen hinaus zu unterstützen, den kulturstiftenden Wert des Mediums Film herauszustellen und „eine gesellschaftliche Debatte über Werte und soziale Themen in Europa anzuregen“ (so die offizielle Website des EU-Parlaments). Die drei Finalistenfilme, bestimmt von einer 17-köpfigen Jury bestehend aus europäischen Filmkritiker_innen, erhalten eine vom Parlament finanzierte Untertitelung in alle 24 Amtssprachen der EU, der Gewinnerfilm wird außerdem an die Bedürfnisse seh- und hörbehinderter Menschen angepasst.

Am 24. November fand in Straßburg die Verleihung des neunten Lux-Preises statt. Die drei Filme, aus denen von den Parlamentsabgeordneten der Gewinner gewählt wurde, waren der italienische Mediterranea von Jonas Carpignano, Deniz Gamze Ergüvens Mustang, eine französisch-deutsch-türkische Koproduktion und die bulgarische Produktion Urok – Die Lektion von Kristina Grozeva und Petar Valchanov. Im Plenarsaal verkündete Martin Schulz den Siegerfilm – Mustang, der als französischer Beitrag für den ‚Auslands-Oscar‘ nominiert ist und am 25. Februar in die deutschen Kinos kommt.

Während der Verleihung und vor allem im Zuge des nachfolgenden Presse-Seminars, bei dem EU-Parlamentsmitglieder mit den Regisseur_innen der drei Filme und anderen Filmschaffenden über die Situation und Chancen des europäischen Kinos sprachen, wurden zweierlei Dinge klar: Erstens, und das ist mit Freude zu hören, zahlreiche Parlamentsmitglieder stehen hinter dem europäischen Kino bzw. versuchen, es nach Kräften zu unterstützen – der LUX-Preis ist gewissermaßen Symbol ebendieses Engagementes. Zweitens, und das ist ärgerlich, das Medium Film scheint von ebendiesen wohlmeinenden Leuten unter Wert verkauft zu werden.

Mustang, Mediterranea und Urok, aber auch der ‚europäische Film‘ per se wurden auf ihren Unterhaltungswert und darauf, dass sie jeweils ‚Probleme‘ ansprächen, reduziert. Reduziert gerade deshalb, weil insbesondere die drei Finalistenfilme wesentlich politischer sind, als ihnen in den Panels zugestanden wurde. Filme sind eben nicht nur schön anzuschauen oder können unschöne Dinge benennen, sie leisten zugleich hintergründige Analyse über die Strukturen, aus denen heraus sie entstanden sind. Damit verfremden sie unsere scheinbaren Selbstverständlichkeiten und ermöglichen – wenn man sie ernst nimmt – kritische Reflexion über unsere Kultur und die ihr inhärenten Widersprüchlichkeiten. Dieses Ernstnehmen erfordert jedoch, nicht an der Oberfläche des Filmes stehenzubleiben, sondern von ihm ausgehend einen Blick zurück auf unsere eigenen Positionierungen zu werfen. So lässt sich Urok als Parabel auf die Isolation des Menschen in einer neoliberalen Gesellschaft ohne Raum für Empathie lesen, wenn man sich nicht nur an der ‚wahren Geschichte‘ aufhängt, auf der der Film basiert. Das Flüchtlingsdrama Mediterranea gibt nicht nur der abstrakten Zahl der Flüchtenden ein Gesicht, es zeigt auch, wie sich gegenwärtig koloniale Hierarchien und Dynamiken reproduzieren. Und wenn man Mustang nicht als rein lokale Geschichte über Schwestern in einem türkischen Bergdorf versteht (was der Film selbst durchaus nahelegt), könnte man, anstatt mit dem Finger auf die misogynen Verhältnisse ‚da draußen bei den Fremden‘ zu zeigen, über die Objektivierung junger Frauen in Europa nachdenken.

Von solchen selbstkritischen Ansätzen war während des Presse-Seminars leider nichts zu hören; dafür wurde umso häufiger eine abstrakte ‚europäische Idee‘ beschworen, als wäre sie durch bloße Affirmation und Selbstbeweihräucherung unserer Staatengemeinschaft bereits realisiert. Doch besteht diese europäische Identität nicht genau in der ständigen kritischen Rückschau auf sich selbst? Und könnte nicht vielleicht der europäische Film genau hierfür einen wertvollen Beitrag leisten? Ich würde sagen, er tut dies bereits. Dafür verdient er Anerkennung und Unterstützung. Und hierin könnte der Zweck des LUX-Filmpreises liegen, wenn das Parlament und die einzelnen Staaten sich den vollen Wert des Kinos bewusst machen. In Breslau wurden zu Vorführungen der drei nominierten Filme Diskussionen mit Expert_innen zum Thema Migration und Geschlechtergleichheit organisiert. Es besteht also Hoffnung.

 

Sven Angene

 

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Der Berliner Film- und Fernsehverband
unterstützt die europaweite Kampagne gegen
die so genannten „Freihandelsabkommen“
TTIP und CETA.

Wir haben mit aufgerufen zur

bundesweiten Großdemonstration

am 10. Oktober 2015 um 12°° Uhr
am Berliner Hauptbahnhof:



TTIP-Demo

TTIP & CETA STOPPEN! – Für einen gerechten Welthandel!

Am 10. Oktober sind in Berlin etwa 250.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Teilnehmer/innen der Demonstration waren aus allen Teilen des Landes angereist. Sie demonstrierten für die Demokratie und einen gerechten Welthandel. Die gemeinsame Forderung lautet, die Verhandlungen mit den USA für TTIP zu stoppen und das mit Kanada verhandelte CETA nicht zu ratifizieren. Es war die größte Demonstration seit über 10 Jahren in Deutschland. Nie zuvor sind in Europa mehr Menschen zu diesem Thema auf die Straße gegangen. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer übertraf die Erwartungen der Veranstalter deutlich. Zur Demonstration aufgerufen hatte ein großes zivilgesellschaftliches Bündnis

Vielen Dank an alle, die teilgenommen und mitgeholfen haben – das war riesengroß!

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FFA –Studie

Gegen den Trend: Programmkinos legten beim Besuch und Umsatz zu

Neuauflage der FFA-Studie „Programmkinos in der Bundesrepublik Deutschland und das Publikum von Arthouse-Filmen im Jahr 2014“

 

Im Gegensatz zum rückläufigen Gesamtmarkt haben die Programmkinos im vergangenen Jahr sowohl bei den Besuchern als auch beim Umsatz zugelegt. Mit 16,3 Millionen verkauften Eintrittskarten waren 2014 eine halbe Million Besucher mehr (3,0%) in einem Arthousekino als im Jahr davor. Gleichzeitig erwirtschafteten die Programmkinos durch den Ticketverkauf mit 113,4 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 5,1 Mio. Euro (4,7%). Noch deutlicher legten mit einem Gesamterlös von rund 96,0 Mio. die reinen Programmkinos zu, das waren 7,9 Mio. Euro (8,9%) mehr als im Jahr zuvor.

Programmkino findet längst nicht mehr nur in reinen Arthouse-Kinos statt, sondern auch in einzelnen Sälen innerhalb von Kinocentern mit einem gemischten Programmangebot. Insgesamt wurden im letzten Jahr 783 Kinosäle – und damit 16,9 Prozent aller 4.637 Kinosäle in Deutschland als Programmkinos eingestuft.

Filmkunst findet allerdings mehrheitlich in reinen Programmkinos statt (84,5%), während der Anteil einzelner Programmkinoleinwände in Kinocentern mit ansonsten gemischtem Programm im Verlauf der letzten fünf Jahre gesunken ist. Waren es im Jahre 2010 noch knapp 18 Prozent, so befand sich 2014 nur noch jede sechste Programmkinoleinwand (15,5%) nicht in einem reinen Programmkino.

Im Durchschnitt kostet der Programmkinobesuch 6,97 Euro, über ein Euro weniger als der durchschnittliche bundesweite Eintrittspreis (8,05 Euro).

Der Großteil der Kinoleinwände von Programmkinos sind in Ein-, Zwei- und Drei-Saal-Häusern (85,4%).

Darüber hinaus waren Arthouse-Filme auch im vergangenen Jahr erneut beim älteren Publikum beliebt: Die sogenannten Best Ager (50+ Jahre) bilden die stärkste Besuchergruppe. Bei einem Durchschnittsalter von 50,4 Jahren (Vorjahr 46,4) ist der Filmkunstbesucher 13 Jahre älter als der Kinobesucher im Gesamtmarkt (37,5 Jahre)

Filmkunstbesucher gingen 2014 durchschnittlich 7,8 Mal in ins Kino (Gesamtbesucher 4,5)

Die bestbewerteten Arthouse-Filme im Jahre 2014 waren DIE BÜCHERDIEBIN (1,25), 12 YEARS A SLAVE (1,35), DALLAS BUYERS CLUB (1,36) und PHILOMENA (1,42)

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie „Programmkinos in der Bundesrepublik Deutschland und das Publikum von Arthouse-Filmen im Jahr 2014″ sowie sämtliche Statistiken stehen ab sofort unter www.ffa.de/Marktforschung –>

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Auf unserer Mitgliederversammlung am 10.12.2014 hat der Vorstand Rechenschaft über die Verbandsarbeit im Jahr 2014 gegeben. Die Vorstandsmitglieder haben sich bis auf Ulrike Schirm für eine erneute Kandidatur bereit erklärt. Ulrike kann aus beruflichen Gründen nicht mehr regelmäßig an den Vorstandssitzungen teilnehmen, wird aber weiterhin ihre Filmkritiken und –empfehlungen für das Bulletin schreiben. Wir danken Ulrike für ihre langjährige Vorstandstätigkeit.

Dem Vorstand und dem Geschäftsführer wurde von der Mitgliederversammlung nach dem Vortrag des Rechenschafts- und Finanzberichtes und der Diskussion Entlastung erteilt

Der für den Zeitraum Januar 2015 bis Dezember 2017 gewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

Norbert Kerkhey, Vorsitzender

Frank-Burkhard Habel, stellv. Vorsitzender

Torsten Lüders, stellv. Vorsitzender

Monika Schindler

Peter Lange

Inge Marszalek

Klaus Schmutzer wurde wieder vom Vorstand als Geschäftsführer berufen.

 

Mit der Veranstaltung am 25.01.2015 beendet der BFFV seine monatliche Filmreihe KONTAKTE, bietet aber in Zusammenarbeit mit dem nd-Filmclub und dem Kino TONI seinen Mitgliedern eine weiterhin monatlich eine Filmreihe an, die thematisch unserem filmpolitischen Anspruch erfüllt und darüber hinaus auf interessante Filme aufmerksam macht. Natürlich sind wir auch an Vorschlägen unserer Mitglieder interessiert.

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