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BERLINALE-NACHLESE 2017

Lebhafte Diskussion in der Kantine

In der Kantine des Karl-Liebknecht-Hauses fand am Donnerstag, dem 2. März 2017 eine lebhafte Diskussion über die Tops und Flops der diesjährigen Berlinale statt. Moderiert haben der Filmwissenschaftler F.B. Habel und der Nachwuchskritiker Sven Angene. Die Diskussion wurde von Leidenschaft für den Film und Kenntnisreichtum getragen. Ein Verbandsmitglied hatte sogar 56 Filme mit seiner Verbandsakkreditierung sehen können. Renommierte FilmkritikerInnen wie Margit Voss, die die Berlinale seit Jahrzehnten im Fokus haben, trafen auf ganz junge Mitglieder unseres Verbandes, die unter dem  Titel „4Kinder und ein Feldbett“ sehr ernsthaft einen eigenen Blog für Filmkritik betreiben. Die Sache mit dem Feldbett war durchaus ernst gemeint, da die jungen Kritiker dieses während der Berlinale immer dabei hatten, um wenigstens hin und wieder etwas Schlaf zu bekommen. Ihr Arbeitstag begann pünktlich morgens um sieben in der „Akkreditiertenschlange“ und endete vielfach erst nach Mitternacht. Leider gestattete die Berlinale irgendwann das Aufstellen des Feldbettes im Foyer nicht mehr. Der Sinn der Berlinalemacher für pointierte Aktionen und Risiken jeder Art hat seine Grenzen. Dennoch haben sich die Nachwuchskritiker fundierte Meinungen bilden können, da sie in allen Sektionen tatsächlich viele Filme gesehen haben. So konnten wir auf der Berlinale-Nachlese unseres Verbandes systematisch über alles Sektionen diskutieren.

Hat die ungewöhnliche Liebesgeschichte On Body and Soul der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi zu Recht den Goldenen Bären bekommen? Hätte man den Silbernen Bären anstatt für den besten Schnitt nicht lieber für die beste Kamera an Jolanta Dylewska für den sensationellen Anfang von Pokot vergeben sollen? Wäre der bessere Eröffnungsfilm nicht doch In Zeiten des abnehmenden Lichts von Matti Geschonnek nach einem Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase gewesen? Warum gab es so viele langweilige Filme auf dieser Berlinale?

Als schlechtester Film wurde in diesem Jahr eindeutig Tiger Girl gekürt, in dem Regisseur Jakob Lass dem Improvisationsprinzip seines erfolgreichen Debüts Love Steaks folgt. Wieder entspann sich eine interessante Diskussion zwischen erfahrenen Filmleuten, wie dem Regisseur Gunter Friedrich, und der jüngeren Generation über sinnlose Gewalt, Figurenzeichnung, Dramaturgie und den Wert eines Drehbuches.

Über eines waren sich alt und jung in diesem Raum einig: Die Filme auf dieser Berlinale verharrten im Privaten und langweilten das Publikum zu großen Teilen. Außerdem gab es keine politischen Filme auf der Berlinale 2017 und wenn, dann liefen sie nicht im Wettbewerb. Der vielleicht wichtigste Film, auch darüber herrschte Einigkeit, lief im Panorama und bekam keinen Preis. Es war das Kammerspiel Insyriated des Regisseurs Philippe Van Leeuw, eine belgisch, französisch, libanesische Koproduktion über eine Familie, die im syrischenen Bürgerkrieg verzweifelt versucht den Alltag in ihren vier Wänden aufrecht zu erhalten.

Beate Fichtner

 

 

 

 


 

Programmkino-Studie 2015 

Die Programmkinos in Deutschland haben im Jahre 2015 – im Gegensatz zu den herkömmlichen Kinos – weniger Besucher als im Jahr davor erreicht. Insgesamt lösten 15,6 Mio. Kinobesucher eine Karte für einen Arthousefilm, knapp 650.000 weniger als ein Jahr zuvor. Mit einem Gesamtumsatz von 111,9 Mio. Euro verbuchten die Programmkinos zwischen Januar und Dezember 2015 rund 1,5 Mio. Euro weniger durch den Ticketverkauf als im Jahr davor (113,4 Mio. Euro).

hier geht’s zur Studie

 

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Redaktionsschluss dieser Ausgabe (234): 24.10.2016

Redaktionsschluss für Ausgabe 235: 10.01.2017

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